Projekt-Update: Digitaler Atlas für politische Prozesse
Projekt-Update:
Digitaler Atlas für politische Prozesse
Liebe Community,
die ersten erkenntnisreichen Monate im Projekt „Digitaler Atlas für politische Prozesse“ liegen bereits hinter uns. Zum Jahresauftakt möchten wir ein kurzes Projekt-Update geben und den Blick auf die entscheidenden Umsetzungsschritte in diesem Jahr richten.
Seit August 2025 arbeiten wir intensiv daran, den Digitalen Atlas für politische Prozesse auf Basis wissenschaftlicher Forschung in ein digitales Tool zu überführen. Ziel ist es, politische Prozesse für eine breite Zielgruppe interaktiv und visuell erlebbar zu machen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Sven T. Siefken verfolgen wir dabei die Vision, politische Prozesse nicht nur verständlicher zu machen, sondern auch aufzuzeigen, wie und wo Beteiligung möglich ist. So entsteht ein Arbeitswerkzeug, das für unterschiedliche Akteur:innen im politischen Kontext wirklich nutzbar ist.
Rückblick:
Abschluss einer erkenntnisreichen und vielseitigen Konzeptionsphase
Mit der Förderzusage startete das Projektteam im September 2025 in eine intensive Konzeptionsphase. Ziel dieser Phase war es, die komplexen Inhalte aus Sicht verschiedener Zielgruppen, wie z. B. Lehrenden, Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder gemeinwohlorientierte Interessenvertretungen genauer zu beleuchten und die sich daraus ergebenden funktionalen Anforderungen für den Digitalen Atlas herauszuarbeiten.
Dieser Prozess war essenziell, um die bestehende Forschung in den nächsten Schritten in ein praxistaugliches, nutzerzentriertes Konzept zu überführen, das individuellen Mehrwert für die verschiedenen Akteure bietet und eine belastbare Grundlage für die technische Umsetzung schafft.
08.10.25, Online-Workshop / 05.11.25, Workshop Workshops mit Lehrkräften & Bildungsträgern
In einem Online-Workshop und einer Expertenrunde haben wir erarbeitet, wie der Atlas in Schule und Lehre sinnvoll eingesetzt werden kann. Zentrale Erkenntnis: Inhalte müssen an die Lebenswelt von Schüler:innen anknüpfen. Fachbegriffe sollen präzise erklärt und eingeordnet werden, ohne künstlich zu vereinfachen. Besonders wichtig sind begleitende Materialien (z. B. Arbeitsblätter) und eine eigene Landingpage für Lehrkräfte, damit selbstständiges Lernen und konkrete Handlungsoptionen unterstützt werden.
17.10.25, Online-Workshop
Workshop Wissenschaft & öffentliche Verwaltung
In diesem Workshop ging es um die Nutzbarkeit des Atlasses in Forschung, Lehre und Verwaltungspraxis. Der Anspruch an Struktur, Nachvollziehbarkeit und standardisierte Daten ist hier besonders hoch. Der Digitale Atlas wurde als erweiterbare Datengrundlage und als Werkzeug gesehen, um administrative Abläufe systematisch zu reflektieren und besser einordnen zu können.
12.11.25, Workshop mit imagineers lab BIPoC-Community-Konsultation
In einer vom imagineers lab geplanten und durchgeführten Konsultation haben wir gemeinsam intersektionale Perspektiven in die Konzeption integriert. Der Digitale Atlas wurde dabei vor allem als Arbeitsinstrument zur Orientierung verstanden, mit Fokus auf Klarheit über Zuständigkeiten und reale Prozesslogiken. Besonders relevant: gut nutzbare Fallbeispiele, die strategisches Lernen und handlungsorientierte Navigation ermöglichen.
27.11.25, Workshop mit Hallo Bundestag Workshop Zivilgesellschaft & Bürgerbeteiligung
In Kooperation mit Hallo Bundestag haben wir mit gelosten Bürger:innen daran gearbeitet, politische Prozesse über konkrete Beispiele und visuelle Einstiege zugänglicher zu machen. Viele erleben politische Abläufe als schwer verständlich. Der Atlas soll hier als Überblicks- und Orientierungshilfe Barrieren abbauen. Im Mittelpunkt stand eine explorative Nutzung: politische „Routen“ visuell entdecken, Zusammenhänge erkennen und Anknüpfungspunkte verstehen.
28.11.25, Workshop mit 6 Organisationen Austausch mit gemeinwohlorientierten Interessenvertretungen
Mit Vertreter:innen aus NGOs und Vereinen haben wir den Atlas als strategisches Werkzeug für Advocacy diskutiert. Besonders wichtig ist es, Einflussmöglichkeiten und relevante Akteur:innen sichtbar zu machen, damit Kampagnen und Positionierungen gezielter geplant werden können. Kleine Organisationen betonten zudem den Bedarf an ergänzenden Angeboten (z. B. Workshops oder Trainings), um den Atlas wirksam in der Praxis einsetzen zu können.
Fachgespräche & Experteninterviews
Ergänzend zu den Workshops haben wir gezielte Fachgespräche geführt, um Anschlussfähigkeit und Praxisnutzen zu schärfen. Journalist:innen sehen im Digitalen Atlas ein Kontext- und Recherchewerkzeug, um komplexe Vorhaben zeitlich und inhaltlich besser einzuordnen. Im Austausch mit dem Lobbyregister spielte außerdem die Frage nach Schnittstellen (API) und Verknüpfbarkeit mit staatlichen Portalen eine zentrale Rolle, um die Sichtbarkeit und Nutzbarkeit für die Öffentlichkeit zu erhöhen.
Status Quo & Ausblick:
Von der Designphase in die technische Realisierung
Aus den Erkenntnissen der Konzeptionsphase ist eine umfassende User Story Map entstanden: Sie bündelt die Nutzerbedürfnisse über alle Zielgruppen hinweg und bildet die verbindliche Grundlage für unser Design-Konzept sowie die technische Umsetzung.
In den letzten Wochen haben wir das Design System so weit ausgearbeitet, dass wir Ende Februar mit der technischen Realisierung starten können. Damit beginnt die Phase, in der der Digitale Atlas erstmals „wirklich“ Form annimmt.
Gleichzeitig bleibt die Entwicklung eng an der Praxis: Bis zum Sommer planen wir iterative Tests und regelmäßigen Austausch mit verschiedenen Zielgruppen, unter anderem gemeinsam mit beWirken gGmbH, um Zwischenstände zu evaluieren, gezielt nachzuschärfen und die Qualität abzusichern. So liegt ein spannendes halbes Jahr vor uns, mit vielen Lernschleifen, neuen Perspektiven und dem gemeinsamen Blick auf den Launch nach der politischen Sommerpause, wenn der Digitale Atlas den nächsten Schritt in Richtung breiter Öffentlichkeit geht.
Bis zum Launch liegt nun ein intensives halbes Jahr vor uns und wir freuen uns sehr über weiteren Austausch und Unterstützung. Wenn Sie Impulse oder Ideen haben, kommen Sie gern auf uns zu. Sie können uns außerdem auf Instagram oder LinkedIn folgen, um über die nächsten Schritte und weitere Entwicklungen informiert zu bleiben.